„Neue Hüfte“ statt Hüft-TEP: So suchen Patient:innen ihren Orthopäden

Niemand googelt „Gonarthrose“. Gesucht wird „Knie tut weh beim Stiegensteigen“, „neue Hüfte Erfahrungen“ oder „Kalkschulter was tun“. Die meisten orthopädischen Websites sind aber in der Sprache des Befunds geschrieben. Das Ergebnis: Die Ordination behandelt genau das, was gesucht wird, und taucht trotzdem nicht auf.

Was gesucht wird, und was auf der Website steht

So wird gesucht

  • neue hüfte, hüft op
  • kniearthrose ohne op
  • kalkschulter
  • ischias, bandscheibenvorfall
  • eigenbluttherapie knie kosten

So steht es oft da

  • Hüftendoprothetik
  • Konservative Gonarthrosetherapie
  • Tendinosis calcarea
  • Lumboischialgie
  • PRP / ACP

Der Fachbegriff gehört auf die Seite, er zeigt Kompetenz. Aber er gehört in den zweiten Satz, nicht in die Überschrift. Google und ChatGPT ordnen eine Seite den Wörtern zu, die darauf stehen, und Patient:innen klicken auf die Überschrift, die ihre Frage wiederholt.

Drei Muster, die in fast jeder orthopädischen Suche stecken

  1. „Ohne OP“. Bei Knie, Schulter und Rücken ist das oft die eigentliche Frage. Eine Seite, die ehrlich erklärt, wann konservativ reicht und wann nicht, wird gefunden und schafft Vertrauen.
  2. „Erfahrungen“. Vor einer Prothese lesen Patient:innen und Angehörige Berichte. Bewertungen, die den Eingriff nennen, und eine Seite mit Ablauf und Reha beantworten das.
  3. „Kosten“. Bei Eigenblut, Hyaluron und Stoßwelle wird nach dem Preis gefragt, bevor angerufen wird. Wer eine Spanne nennt, bekommt die Anfrage. Wer „auf Anfrage“ schreibt, verliert sie an die Seite, die es sagt.

Warum eine Leistungsliste nicht reicht

Viele Ordinationen haben eine Seite „Leistungen“ mit zwanzig Punkten. Für Google ist das eine Seite zu zwanzig Themen, also zu keinem richtig. Für ChatGPT und Googles KI-Antwort ist es zu wenig Text, um die Ordination für eine bestimmte Frage zu nennen.

Die Faustregel

Eine eigene Seite für jede Leistung, die Sie mehr wollen. Bei den meisten orthopädischen Ordinationen sind das fünf bis acht: Hüfte, Knie, Schulter, Rücken, eine oder zwei Selbstzahler-Therapien, eventuell Sportorthopädie. Jede mit dem Suchbegriff in der Überschrift, Ablauf, Kosten oder Kostenübernahme, und einer Telefonnummer.

Wie ChatGPT und Google AI einen Orthopäden empfehlen

Fragt jemand „Welcher Orthopäde in Wien macht Eigenbluttherapie?“, setzt sich die Antwort aus dem zusammen, was im Netz eindeutig steht: Leistungsseiten, das Google-Unternehmensprofil, DocFinder, Bewertungen. Drei Dinge entscheiden, ob Ihre Ordination dabei ist:

  • Die Leistung steht wörtlich auf einer eigenen Seite, nicht nur in einer Liste
  • Name, Adresse und Fach sind auf Website, Google und Verzeichnissen identisch
  • Bewertungen erwähnen die Behandlung, nicht nur die Freundlichkeit am Empfang

Nichts davon ist ein Trick. Es ist dieselbe Grundlage wie für die normale Google-Suche, nur dass Lücken schneller auffallen. Mehr dazu im Beitrag Wahlarzt in ChatGPT, Perplexity und Gemini.

Wo anfangen

Mit der Seite für die Leistung, von der Sie am meisten wollen und die am häufigsten gesucht wird. Bei vielen Wahlarzt-Orthopäd:innen ist das eine Selbstzahler-Therapie, weil dort jede Anfrage direkt Umsatz ist. Danach die großen Gelenke, dann der Rest. Welche Begriffe in Ihrer Gegend tatsächlich gesucht werden, zeigt die Search Console Ihrer Website oder unser Radar.

Welche Leistung wie gesucht wird, und welcher Kanal sie trägt: alles für orthopädische Ordinationen auf einer Seite.

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