Orthopädie ist kein Fach, sondern vier. Die Patientin mit Ischias braucht diese Woche einen Termin. Der Patient mit Kniearthrose sucht eine Behandlung, die die Kasse nicht zahlt. Die Hüftprothese wird Monate vor dem OP-Termin entschieden, meistens in einer Sprechstunde. Und die Osteoporose-Patientin bleibt zehn Jahre. Wer für alle vier dasselbe Marketing macht, bezahlt für drei davon zu viel.
Wichtigste Suche
Orthopäde + Ort
Teuerster Fehler
Eine Seite für alles
Überschätzter Kanal
Zuerst wird der Orthopäde gesucht, nicht das Gelenk
Die meisten Suchen nennen keine Diagnose. Sie nennen einen Ort und eine sehr praktische Frage: „orthopäde wahlarzt 1180“, „orthopäde ohne termin“, „sportorthopäde wien“, „orthopäde für kinder“. Wer hier nicht unter den ersten drei Einträgen auf Google Maps steht, kommt in der Entscheidung gar nicht vor.
Für diese Suche zählen drei Dinge, in dieser Reihenfolge:
- Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil mit der richtigen Kategorie, Öffnungszeiten und dem Hinweis „Wahlarzt“ in der Beschreibung
- Bewertungen, die regelmäßig dazukommen und beantwortet werden
- Dieselben Daten auf DocFinder, Herold und den übrigen Verzeichnissen
Das ist unspektakulär. Es ist aber genau der Teil, den die meisten Ordinationen einmal einrichten und dann liegen lassen.
Vier Arten Orthopädie, vier Arten Marketing
Operation
Hüfte, Knie, Meniskus, Kreuzband
Website + KI
Selbstzahler
Eigenblut, Hyaluron, Stoßwelle
Google Ads + Website
Akut
Rücken, Bandscheibe, Ischias
Maps + Verzeichnisse
Die vierte Gruppe, Arthrose, Schulter, Hallux und Osteoporose, ist die Langzeitbetreuung. Sie bringt keinen großen Einzelbetrag, aber Patient:innen über Jahre. Dort zählen eine eigene Seite pro Gelenk und Bewertungen, die das Gelenk beim Namen nennen.
Die Prothese: Wer operiert, wird vorher gegoogelt
Bei der Hüft- oder Knieprothese ist die Ordination der Eingang, die Operation passiert im Spital oder in der Privatklinik. Patient:innen und Angehörige lesen vorher viel. Sie suchen „neue hüfte erfahrungen“, nicht „Hüft-TEP“. Sie fragen ChatGPT, wer in Wien Hüften operiert und wie die Reha abläuft.
Was hier trägt:
- Eine eigene Seite pro Eingriff. Ablauf, Spital, Aufenthaltsdauer, Reha, was die Zusatzversicherung übernimmt. In der Sprache der Suche, nicht im Befundton.
- Bewertungen, die den Eingriff nennen. „Neue Hüfte, nach sechs Wochen wieder gegangen“ wirkt stärker als fünf Sterne ohne Text. Bitten darf man darum, Gegenleistungen gibt es keine.
- Dieselben Fakten überall. KI-Antworten setzen sich aus Website, Google-Profil und Verzeichnissen zusammen. Widersprüche kosten die Nennung.
Google Ads helfen bei der Prothese weniger als man denkt. Die Entscheidung fällt nicht beim ersten Klick, und die Klicks auf „hüft op“ sind teuer, weil Spitäler und Kliniken mitbieten.
Selbstzahler-Leistungen: Hier lohnt sich Werbung
Eigenbluttherapie, Hyaluron ins Gelenk, Stoßwelle: Das sind die Leistungen, bei denen jemand aktiv nach einer Alternative sucht und bereit ist, sie selbst zu zahlen. Genau dort arbeiten Google Ads gut, weil die Suche eindeutig ist und der Wert pro Patient:in hoch.
Worauf es bei der Anzeige ankommt
Sachlich bleiben: was die Behandlung ist, für wen sie in Frage kommt, was sie kostet. Keine Heilversprechen, keine Erfolgsquoten ohne Quelle. Die Anzeige führt auf eine Seite, die das ehrlich erklärt, nicht auf die Startseite. Mehr zu den Grenzen steht in unserem Beitrag zu den Werberichtlinien.
Die Konkurrenz sitzt hier nicht nur in anderen Ordinationen. Physiotherapie-Praxen und Institute bieten auf dieselben Begriffe. Wer die Anzeige auf „Orthopäde“ und die eigene Diagnostik zuschneidet, zahlt weniger für Klicks, die nicht passen.
Akut: Der Kassentermin in drei Monaten arbeitet für Sie
Bei Rückenschmerzen und Ischias wird nicht verglichen, sondern gebucht. Wer jetzt Schmerzen hat, nimmt den ersten freien Termin in der Nähe. Für Wahlarztordinationen ist das der stärkste Einstieg überhaupt: Die Wartezeit bei der Kasse ist das Argument, und aus der Akutbehandlung wird oft die lange Betreuung.
Was zählt, ist banal: ganz oben auf Google Maps, ein Hinweis auf freie Termine diese Woche, eine Telefonnummer, die abhebt, und Online-Buchung, wo es geht.
Wo Instagram trägt, und wo nicht
Bei der Prothese nicht. Bei Arthrose und Osteoporose kaum. Bei Sportorthopädie und Selbstzahler-Therapien schon, weil dort jüngere Patient:innen sehen wollen, wer behandelt, und weil sich Bewegung gut zeigen lässt. Wer nur Zeit für einen Kanal hat, sollte sie ins Google-Profil stecken.
Was eine orthopädische Ordination konkret braucht
Lohnt sich
- Google-Profil und Verzeichnisse, laufend gepflegt
- Eine Seite pro Eingriff und pro Selbstzahler-Leistung
- Google Ads auf Eigenblut, Hyaluron, Stoßwelle
- Bewertungen aktiv sammeln und beantworten
Lohnt sich selten
- Google Ads auf „hüft op“ gegen Spitäler
- Eine Leistungsliste statt eigener Seiten
- Instagram ohne Sport- oder Selbstzahler-Schwerpunkt
- SEO-Abo mit monatlichen Berichten
Wie das für Ihre Ordination aussieht, hängt an Leistungen, Bezirk und Konkurrenz. Die Aufteilung pro Leistung und Kanal zeigen wir auf unserer Seite zu Online-Marketing für Orthopäden.
Wo steht Ihre Ordination bei „Orthopäde + Ihr Bezirk“? Das Radar zeigt es, verglichen mit den Ordinationen rundherum.
Online-Marketing für Orthopäden